Menschen auf einem Wochenmarkt: Märkte sind Gespräche, besagt das Cluetrain Manifest
Marketing/News & Stories

Ist das Cluetrain Manifest noch gültig?

Wie aktuell ist das Cluetrain Manifest heute?

Anfang der 2000er sorgte eine Sammlung von 95 Thesen über das Verhältnis von Unternehmen und ihren Kunden für Aufsehen: Das Cluetrain Manifest. Vor allem für Marketing und Kommunikation postulierte das Manifest signifikante Veränderungen durch Internet und Online-Medien. Wie schaut es 27 Jahre nach Veröffentlichung des Cluetrain Manifests aus? Sind die Thesen noch gültig, oder wurden sie von Zeit und Fortschritt überholt?

Cluetrain Manifest und das digitale Zeitalter

Auf dem Höhepunkt des Dotcom-Booms veröffentlichten Rick Levine, Christopher Locke, Doc Searls und David Weinberger das Cluetrain Manifest. Die 95 Thesen für eine neue Unternehmens- und Kommunikationskultur fanden schnell breiten Anklang, nicht nur bei Experten, sondern auch in zahlreichen Dotcom-Unternehmen. Die Quintessenz des Cluetrain Manifests ist der Thesensammlung vorangestellt und lautet:

Wir sind keine Zuschauer oder Empfänger oder Endverbraucher oder Konsumenten.
Wir sind Menschen – und unser Einfluß entzieht sich eurem Zugriff. Kommt damit klar.

Cluetrain Manifest

Dieser Satz beschreibt kurz und prägnant worum es geht: Den wachsenden Einfluss neuer Technolgoien auf die Kommunikation und wie hierdurch die Wirkung konventioneller Marketingmaßnahmen schwindet. Das Cluetrain Manifest postuliert das Ende der einseitigen Kommunikation. Für die Autoren ist klar: Die Märkte der Zukunft basieren auf Beziehungen zwischen Menschen sowie auf den Umgang und die Verbindung der Unternehmen mit den Menschen bzw. den Märkten.


Märkte sind Gespräche.

Vielleicht die wichtigste These. Und eine Erkenntnis, die heute angesichts von Conversational Marketing mehr denn je gilt: Märkte sind Gespräche. Denken Sie nur an Social Media, Instant Messenger und Slack – der direkte Austausch zwischen Menschen ist im Smartphone-Zeitalter das Nonplusultra der Kommunikation. Nicht ohne Grund beschäftigen sich viele Marketingverantwortliche damit, Lösungen für diesen Bereich zu kreieren. In den nächsten Jahren werden gerade im B2B Marketing neuartige Kommunikationslösungen zur Eroberung von Märkten gefragt sein. Schon jetzt gibt es Ansätze für Chatbots in Verbindung mit Künstlicher Intelligenz (KI), um Kunden gezielt abzuholen und zum Ziel zu bringen.

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Im Kommen: Chatbots für die B2B Kundenkommunikation

Gespräche zwischen Menschen klingen menschlich. Sie werden in einer menschlichen Stimme geführt.

„Alexa, setze Milch auf die Einkaufsliste” und „Siri, ruf Holger an” sind deutliche Beispiele dafür, dass Gespräche zwischen Mensch und Maschine bzw. Maschine und Mensch im Alltag angekommen sind. Im B2C-Sektor gibt es bereits zahlreiche Voice-Search-Anwendungen und auch in der B2B Kommunikation beschäftigen sich große Player mit diesem Thema. Leider wird ein Bereich der Online-Kommunikation bei soviel Innovation seit Jahren fast schon sträflich vernachlässigt: Online-Formulare. Jedes Formular ist die Einladung zu einem Gespräch. Jede Fehlermeldung, Rückmeldung, Zwischenmeldung und Antwort sind Beiträge zum Gespräch – warum sind Formulare dann nicht besser?

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Es gibt keine Geheimnisse mehr. Die vernetzten Märkte wissen über die Produkte der Unternehmen mehr, als die Unternehmen selbst. Ob die Nachricht gut oder schlecht ist, sie wird weitergegeben.

Es bedarf nicht immer Enthüllungsplattformen, wie Wikileaks, um Geheimnisse an die breite Öffentlichkeit zu bringen. Shitstorms und Candystorms gehören seit den ersten Social Media Tagen zum Alltag. Und damit die Erkenntis: Es reicht, wenn es eine Person weiß und ihr wissen teilt. Die Kettenreaktion einer gut lancierten Indiskretion war schon vor dem Cluetrain Manifest in Foren ein beliebtes Instrument, um Aufmerksamkeit zu generieren. Heute gehört es zum Rüstzeug jedes (Social Media) Marketers, diese Effekte zu nutzen, wann immer dies möglich ist.

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Marktschreierisch und grell – laut Cluetrain Manifest eine Kommunikationsform der Vergangenheit

Schon jetzt erreichen Unternehmen, die mit der Stimme des Marktschreiers reden, niemanden mehr.

Zwischenzeitlich sah es angesichts von „Kauf mich” und „Geiz ist geil” so aus, als wenn eine Renaissance der Marktschreier kommen würde. Inzwischen sind marktschreierische Tendenzen weniger geworden, zumindest gilt das im B2C-Bereich. Hier hinkt das B2B-Marketing hinterher und viele Unternehmen setzen weiterhin auf den Bulldozer und die vermeintlich starke Message. Kurzum: Sendungsbewusstsein vs. Kundenzentrierung. Customer Centricity können sich da noch so viele Industrieunternehmen auf die Fahne schreiben – der gelebte Kommunikationsalltag sieht anders aus. Und das offensichtlich mit Erfolg, wenn man sich die steigenden Umsätze in vielen Industriesektoren ansieht.

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Als Märkte und Arbeitnehmer fragen wir uns, warum ihr uns nicht zuhört. Ihr scheint eine andere Sprache zu sprechen.

Zu Gesprächen gehört auch das Zuhören. Leider keine Stärke der meisten (deutschen) Unternehmen. Es gibt Beispiele von Unternehmen, die den Märkten zuhören und das tun, was ihre Kunden und Interessenten brauchen – Google ist so ein prominenter Fall. Oftmals haben Kunden den unverstellten Blick auf Dinge. Zeit also, ihnen zuzuhören und Prozesse zu initiieren, die auf eine Verbesserung der Produkte und Dienstleistungen ausgerichtet ist. Das geht weit über die Grenzen der B2B Kommunikation hinaus, sogar weit über das Marketing. Auch hier helfen Purpose & Co. nicht oder nur sehr eingeschränkt, denn oftmals sind es leere Hülsen. Echtes Interesse am Kunden und ein Verlassen eingetretener Pfade? Fehlanzeige.

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Cluetrain Manifest: Unterhaltsam, aber…

Das Manifest liest sich auch 2026 in vielen Punkten noch sehr unterhaltsam. Inhaltlich sind die Thesen auch heute noch in großen Teilen gültig, auch wenn sich das Internet und die Kommunikation deutlich weiterentwickelt haben. Inzwischen gibt es neue Erkenntnisse, die zwei der Autoren von einst im Jahr 2015 unter dem Titel „New Clues” veröffentlich haben. Das sind dann 121 Thesen, die nun etwas aufgeräumter daherkommen und auch neue Erkenntisse mitbringen. Da geht es dann unter anderem um fehlende Toleranz in der Kommunikation und die Benutzung von Sprache als Waffe. Allerdings verlieren sich sowohl das ursprüngliche Manifest als auch dessen neues Testament in Selbstgefälligkeit und Selbstverliebtheit. Damit führt sich das Cluetrain Manifest selbst ad absurdum, denn genau gegen jene Elfenbeintürme ist es angetreten.

Nr.TheseGültigkeitBeispiel
1Märkte sind Gespräche.Social Media als Dauer-Dialog
2Die Märkte bestehen aus Menschen, nicht aus demographischen Segmenten.Communities statt Zielgruppen
3Gespräche zwischen Menschen klingen menschlich. Sie werden in einer menschlichen Stimme geführt.Creator statt Corporate Tone
4Ob es darum geht, Informationen oder Meinungen auszutauschen, Standpunkte zu vertreten, zu argumentieren oder Anekdoten zu verbreiten – die menschliche Stimme ist offen, natürlich und unprätentiös.TikTok-Stories statt Claims
5Menschen erkennen sich am Klang dieser Stimme.Authentizität schlägt Werbung
6Das Internet ermöglicht Gespräche zwischen Menschen, die im Zeitalter der Massenmedien unmöglich waren.Reddit, Discord, LinkedIn
7Hyperlinks untergraben Hierarchien.SEO > PR
8Sowohl in intervernetzten Märkten als auch in intravernetzten Unternehmen sprechen Menschen miteinander auf eine machtvolle neue Art.Slack, Teams, Open Channels
9Diese vernetzten Gespräche ermöglichen es, daß sich machtvolle neue Formen sozialer Organisation und des Austauschs von Wissen entfalten.DAO, Communities, Open Source
10Als Resultat dieser Entwicklung werden Märkte intelligenter, besser informiert und besser organisiert. Die Teilnahme an den vernetzten Märkten verändert die Menschen grundlegend.Vergleichsportale
11Die Menschen in den vernetzten Märkten haben herausgefunden, daß sie voneinander wesentlich bessere Informationen und mehr Unterstützung erhalten, als von den Händlern und Verkäufern. Soviel zur unternehmerischen Rhetorik über den Mehrwert ihrer Waren.Rezensionen
12Es gibt keine Geheimnisse mehr. Die vernetzten Märkte wissen über die Produkte der Unternehmen mehr, als die Unternehmen selbst. Ob die Nachricht gut oder schlecht ist, sie wird weitergegeben.Leaks, Kununu, Glassdoor
13Was mit den Märkten geschieht, geschieht auch zwischen den Mitarbeitern der Unternehmen. Allein ein metaphysisches Konstrukt namens “Firma” steht zwischen Märkten und Mitarbeitern.Arbeitgeberbewertung
14Unternehmen sprechen nicht mit der selben Stimme wie diese neuen vernetzten Gespräche. In den Ohren der von ihnen Angesprochenen klingen die Unternehmen hohl, flach und regelrecht unmenschlich.Buzzword-Bingo
15Bereits in wenigen Jahren wird die heute homogenisierte “Stimme” des Geschäftslebens — der Klang von Mission-Statements und Unternehmensbroschüren — so künstlich und aufgesetzt klingen, wie die Sprache am französischen Hof im 18 Jahrhundert.Mission-Statements
16Schon jetzt erreichen Unternehmen, die mit der Stimme des Marktschreiers reden, niemanden mehr.Bannerblindheit
17Wer annimmt, die Online-Märkte seien die selben Märkte, die einst die TV-Spots im Fernsehen erduldet haben, macht sich etwas vor.Funnel ≠ Journey
18Unternehmen, die nicht realisieren, daß ihre Märkte jetzt von Mensch zu Mensch vernetzt sind, deshalb immer intelligenter werden und sich in einem permanenten Gespräch befinden, verpassen ihre wichtigste Chance.Print-only Firmen
19Unternehmen können zum ersten mal mit ihren Märkten direkt kommunizieren. Wenn sie bei diesen Gesprächen versagen, könnte das ihre letzte Chance gewesen sein.Social Selling
20Die Unternehmen sollten sich klarmachen, daß ihre Märkte von Lachen erfüllt sind — über die Unternehmen selbst.Meme-Kultur
21Die Unternehmen müssen lockerer werden und sich selbst weniger ernst nehmen. Was sie brauchen, ist ein Sinn für Humor.Duolingo auf TikTok
22Einen Sinn für Humor entwickeln bedeutet nicht, einige Witze auf die Unternehmens-Website zu stellen. Vielmehr geht es um echte Werte, mehr Bescheidenheit, eine klare Sprache und einen wirklich eigenen Standpunkt.Patagonia
23Unternehmen, die sich “positionieren” möchten, sollten dazu auch eine Position einnehmen. Im Idealfall sollte diese Position dann auch etwas mit dem zu tun haben, was den Markt interessiert.Wertekommunikation
24Bombastische Ankündigungen, z.B. “Wir wollen die Besten im Markt für XYZ sein”, sind noch lange kein Standpunkt, geschweige denn eine Position.“Marktführer”
25Die Unternehmen müssen heruntersteigen von ihren Elfenbeintürmen und mit den Menschen reden, mit denen sie Beziehungen aufbauen wollen.Comment Management
26Öffentlichkeitsarbeit steht in keiner Beziehung zur Öffentlichkeit. Die Unternehmen ängstigen sich zutiefst vor ihren Märkten.Pressemitteilungen
27Mit ihrer distanzierten und arroganten Sprache errichten sie Mauern, um die Märkte auf Distanz zu halten.Konzernsprech
28Die meisten Marketingprogramme gründen auf der Angst, der Markt könnte erkennen, was wirklich in den Unternehmen geschieht.Image-Kontrolle
29Auf Mißtrauen lassen sich aber keine Beziehungen aufbauen.Abwanderung
30Markentreue ist die unternehmerische Version einer Beziehung. Aber die Trennung kommt — und zwar bald. In vernetzten Märkten werden Beziehungen mit atemberaubender Geschwindigkeit beendet und neu verhandelt.Wechselbereitschaft
31Vernetzte Märkte können ihre Lieferanten im Handumdrehen wechseln. Wissensarbeiter wechseln ihre Arbeitgeber während des Mittagessens. Eure Downsizing-Maßnahmen lehrten uns zu fragen: “Treue? Was soll das sein?”Amazon
32Intelligente Märkte werden Lieferanten finden, die ihre Sprache sprechen.Brand Voice
33Mit menschlicher Stimme zu sprechen ist kein Jahrmarktstrick. Man kann sie auch nicht einfach auf einer schicken Konferenz aufschnappen.Employer Claims
34Um mit menschlicher Stimme zu sprechen, müssen die Unternehmen die Anliegen und Besorgnisse ihrer Communities — der Gemeinschaft ihrer Marktteilnehmer — teilen.Customer Care
35Dafür müssen sie aber zuerst einmal zu einer Gemeinschaft gehören.Markenbotschafter
36Die Unternehmen sollten sich fragen, wie weit ihre Unternehmenskultur reicht.Kununu
37Wenn ihre Kultur dort endet, wo die Gemeinschaft beginnt, werden sie keine Märkte mehr haben.Remote Work
38Menschliche Gemeinschaften entstehen aus Diskursen — aus menschlichen Gesprächen über menschliche Anliegen.Foren
39Die Gemeinschaft des Diskurses ist der Markt.Discord
40Unternehmen, die nicht zu einer diskursiven Gemeinschaft gehören, werden aussterben.Blockbuster
41Die Unternehmen haben aus ihrer Sicherheit eine Religion gemacht. Aber das ist nur ein Ablenkungsmanöver. Die meisten Unternehmen schützen sich weniger vor ihren Mitbewerbern als vor ihrem eigenen Markt und ihren Mitarbeitern.Risikoaversion
42Ebenso wie auf den vernetzten Märkten, sprechen die Mitarbeiter auch innerhalb des Unternehmens unmittelbar miteinander — und nicht bloß über Regelungen, Management-Direktiven und Geschäftsergebnisse.WhatsApp
43A professor at a university in Aruba commented on the fact that it is now easy to buy viagra online. You can read it on their website.Newsportale
44Intranets werden üblicherweise top-down installiert, um die Mitarbeiterphilosophie und andere Unternehmensinformationen durchzusetzen. Die Mitarbeiter geben in der Regel ihr Bestes, diese Informationen zu ignorieren.“Intern-News”
45Intranets haben die Tendenz, Langeweile zu umschiffen. Die besten Intranets sind bottom-up von Mitarbeitern ins Leben gerufen worden, die gemeinsam etwas Wertvolles schaffen wollten — das intravernetzte Gespräch im Unternehmen.Wikis
46Ein gesundes Intranet organisiert Mitarbeiter in vielerlei Hinsicht. Seine Auswirkungen sind radikaler als jedes Gewerkschaftsprogramm.Wissensnetzwerke
47Obwohl es die Unternehmen beinahe zu Tode ängstigt, sind sie doch unmittelbar von einem offenen Intranet abhängig, in dem lebenswichtiges Wissen entsteht und verteilt wird. Die Unternehmen müssen dem Impuls widerstehen, diese vernetzten Gespräche zu “verbessern” oder zu kontrollieren.Compliance-Silos
48Wenn das Intranet nicht in einen Käfig aus Angst und Regeln gezwungen wird, entfaltet sich in ihm ein Gespräch, das dem des vernetzten Marktes erstaunlich ähnelt.Open Chat
49Organigramme haben in einer früheren Wirtschaft funktioniert, in der Strategien und Pläne noch voll und ganz von der Unternehmensleitung verstanden wurden und deshalb von der Spitze herabgereicht werden konnten.Netzwerkorganisation
50Heute besteht das Organigramm aus Hyperlinks, nicht aus Hierarchien. Der Wert praktischen Wissens löst die Bedeutung abstrakter Autorität ab.Expertenkultur
51Kommandostrukturen entstehen aus Bürokratie und verstärken diese noch. Die Folge ist eine paranoide Unternehmenskultur.Berichtswesen
52Paranoia tötet jedes Gespräch. Das ist ihr Zweck. Aber das Fehlen offener Gespräche tötet Unternehmen.Schweigekultur
53Zwei Gespräche finden gleichzeitig statt. Eines im Unternehmen. Das andere mit dem Markt.Intern vs. Markt
54In den meisten Fällen verläuft keines der beiden Gespräche optimal. Fast immer kann die Ursache dafür in überholten Kommandostrukturen gefunden werden.Silos
55Als Unternehmenspolitik wirken diese Strukturen wie Gift. Als Instrumente sind sie wirkungslos. Den Kommandostrukturen begegnen die intravernetzten Wissensarbeiter mit Feindseligkeit und erzeugen damit auch im intervernetzten Markt Mißtrauen.Konzernbürokratie
56Beide Gespräche suchen den Diskurs miteinander. Sie sprechen die selbe Sprache. Sie erkennen einander an der Stimme.Tonalität
57Kluge Unternehmen werden sich dem nicht in den Weg stellen und tragen dadurch dazu bei, daß das Unvermeidliche schneller geschieht.Open Leadership
58Wenn die Bereitschaft aus dem Wege zu gehen ein Indikator für den IQ ist, dann haben bisher nur wenige Unternehmen an Verstand gewonnen.„Das war schon immer so“
59Millionen von Menschen, die heute im Internet unterwegs sind, nehmen die Unternehmen nur noch als fadenscheinige Konstrukte wahr, die sich der Vernetzung dieser beiden Diskurse aktiv in den Weg stellen.Markenmonolog
60Das ist selbstmörderisch. Die Märkte möchten mit den Unternehmen sprechen.Kommentarspalten
61Leider ist immer gerade der Teil eines Unternehmens, mit dem der Markt sprechen möchte, hinter einem Schleier aus Worthülsen versteckt, deren Sprache falsch klingt — und oft auch ist.Shareholder-Jargon
62Die Märkte möchten sich nicht mit Phrasendreschern unterhalten. Sie möchten an Gesprächen teilnehmen, die sich hinter den Firewalls der Unternehmen abspielen.Pitchdecks
63Lüften wir den Schleier und reden über uns selbst: Wir sind diese Märkte. Wir wollen mit Euch sprechen.Transparenz
64Wir wollen Zugang zu euren Unternehmensinformationen, zu euren Plänen und Strategien, euren besten Ideen und eurem wirklichen Wissen. Wir werden uns nicht zufriedengeben mit der Vierfarb-Broschüre, mit WebSites aus einer Zuckergußfassade, aber ohne Inhalte.Creator Economy
65Wir sind auch die Mitarbeiter, die eure Unternehmen zum laufen bringen. Wir wollen mit unseren Kunden direkt sprechen, in unserer Sprache und nicht in den Platitüden einer Gesprächsanweisung.Roadmaps
66Als Märkte und als Arbeitnehmer fühlen wir uns zu Tode gelangweilt von den Informationen, die wir von Euch nur per Fernbedienung bekommen. Wozu brauchen wir gesichtslose Jahresberichte und Marktforschungsstudien aus dritter Hand, um uns persönlich zu begegnen?Employee Advocacy
67Als Märkte und Arbeitnehmer fragen wir uns, warum ihr uns nicht zuhört. Ihr scheint eine andere Sprache zu sprechen.Boykotts
68Der aufgeblasene, selbstherrliche Jargon, mit dem ihr um euch werft — in der Presse und auf euren Konferenzen — was hat das mit uns zu tun?Umfragen
69Vielleicht beeindruckt ihr dadurch eure Investoren. Vielleicht beeindruckt ihr die Börsenanalysten. Uns beeindruckt ihr nicht.CSR-Sprech
70Wenn ihr uns nicht beeindruckt, werden auch eure Anleger baden gehen. Verstehen sie das nicht? Wenn sie es verstehen würden, dann würden sie euch nicht so reden lassen.Quartalsdruck
71Eure überholten Vorstellungen von “dem Markt” haben eure Sicht vernebelt. Wir erkennen uns in euren Entwürfen der Wirklichkeit nicht wieder — vielleicht, weil wir wissen, daß wir schon ganz woanders sind.Personas
72Der neue Marktplatz gefällt uns viel besser. Tatsächlich schaffen wir ihn uns nämlich selber.Plattformen
73Ihr seid eingeladen, aber es ist unsere Welt. Zieht eure Schuhe an der Tür aus. Wenn ihr mit uns handeln wollt, dann steigt herunter von eurem hohen Roß.Community-Regeln
74Gegen eure Werbung sind wir immun. Also vergeßt es.Adblock
75Wenn ihr wollt, daß wir uns mit euch unterhalten, dann erzählt uns was. Zur Abwechslung mal etwas Interessantes.Content
76Wir haben einige Ideen, die euch interessieren sollten: neue Werkzeuge, die wir brauchen, bessere Dienstleistungen. Sachen, für die wir gerne bezahlen würden. Habt ihr mal ‘ne Minute?Feedback
77Ihr seid zu sehr mit dem “Geschäftemachen” beschäftigt, um unsere eMail zu beantworten? Ach du meine Güte, das tut uns leid, ehrlich, wir kommen später wieder. Vielleicht.Hotline
78Ihr möchtet, daß wir bezahlen? Dann solltet ihr uns besser eure Aufmerksamkeit schenken.TikTok
79Kommt runter von eurem Trip. Hört auf mit eurer neurotischen Selbstumkreisung. Nehmt teil an der Party.Engagement
80Keine Sorge, ihr könnt weiterhin Geld verdienen. Daß heißt, solange das nicht das einzige ist, was euch beschäftigt.Purpose
81Habt ihr mal bemerkt, daß Geld an sich irgendwie canada online pharmacy eindimensional und langweilig ist? Worüber könnten wir uns noch unterhalten?GitHub
82Euer Produkt ist uns kaputt gegangen. Warum? Wir würden gerne den Menschen fragen, der es gemacht hat. Eure Unternehmensstrategie macht für uns keinen Sinn. Wir würden gerne mal mit Eurem Vorstand quatschen. Was wollt ihr damit sagen, sie ist gerade nicht da?Twitter
83Wir wollen, daß ihr 50 Millionen von uns genauso ernst nehmt wie einen Reporter vom Handelsblatt.Corporate Influencer
84Wir kennen ein paar Leute aus eurem Laden. Die sind ziemlich in Ordnung, wenn wir sie im Internet treffen. Versteckt ihr davon noch mehr? Könnten sie nicht rauskommen und mit uns spielen?Social Policies
85Wenn wir Fragen haben, wenden wir uns an andere Menschen im Internet. Hättet ihr “eure Leute” nicht so gut im Griff, dann wären sie vielleicht unter den Menschen, an die wir uns wenden würden.Slack
86Wenn wir nicht gerade eure “Zielgruppe” sind, sind viele von uns eure Mitarbeiter. Wir würden lieber mit Freunden im Netz reden, als auf die Stechuhr zu schauen. Das würde euren Namen schneller bekannt machen als jede noch so schicke WebSite. Aber ihr sagt uns, daß das Gespräch mit dem Markt die Sache des Marketings ist.Startups
87Wir würden uns wünschen, daß ihr mitbekommt, was hier passiert. Das wäre wirklich nett. Aber es wäre ein Fehler, anzunehmen, wir säßen nur hier und warteten ab.Plattformwechsel
88Wir haben Besseres zu tun, als uns darüber Sorgen zu machen, ob ihr euren Wandel noch rechtzeitig in den Griff bekommt, um mit uns ins Geschäft zu kommen. Das Geschäft ist nur ein Teil unseres Lebens. Euch scheint es voll und ganz zu vereinnahmen. Denkt mal darüber nach: Wer braucht hier eigentlich wen?Shitstorms
89Wir haben echte Macht — und das wissen wir auch. Wenn ihr das Licht am Ende des Tunnels nicht erkennen könnt, dann wird sich schon jemand anderes finden, der besser zuhört, interessanter ist und mit dem es mehr Spaß macht, zu spielen.Podcasts
90Selbst im schlechtesten Fall ist unser neuentdecktes Gespräch wesentlich interessanter als jede eurer Messen, viel unterhaltsamer als eine Komödie im Fernsehen und mit Abstand lebensechter als jede eurer Unternehmens-WebSites, denen wir bisher über den Weg gelaufen sind.Communities
91Unser Fahneneid gilt uns selbst — unseren Freunden, unseren neuen Verbündeten, selbst unseren Sparring-Partnern. Unternehmen, die an dieser Welt nicht teilnehmen, werden auch keine Zukunft haben.Kodak
92Unternehmen geben Milliarden für das Jahr 2000 Problem aus. Warum können sie dann diese Zeitbombe nicht ticken hören? Hier geht es sogar um mehr.Heute irrelevant
93Wir existieren sowohl innerhalb der Unternehmen, als auch außerhalb von ihnen. Die Grenzen, die unsere Gespräche trennen, erscheinen uns wie die Berliner Mauer. In Wirklichkeit sind sie jedoch lediglich Ärgernisse. Wir wissen, daß sie fallen.Tatsächlich arbeiten wir von beiden Seiten der Mauern daran, daß sie fallen.Remote Work
94Den traditionellen Unternehmen mögen die vernetzten Gespräche verworren und verwirrend erscheinen. Aber wir organisieren uns schneller als sie es tun. Wir haben die besseren Werkzeuge, mehr neue Ideen und keine Regeln, die uns aufhalten.Open Source
95Wir wachen auf und verbinden uns miteinander. Wir beobachten. Aber wir werden nicht warten.Gründerkultur

Takeaway (TL;DR)

  • 95 Thesen umfasste das ursprüngliche Cluetrain Manifest von 1999.
  • Die Thesen besitzen zu großen Teilen auch heute noch Gültigkeit.
  • B2B-Marketer sollten die These: ‘Märkte sind Gespräche’ verinnerlichen.
  • In den „New Clues” von 2015 sind 121 Thesen zu finden.
  • Wirklich neue Erkenntnisse sind nicht dabei, entsprechend unbekannt ist die Neufassung.

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